Mexico City hat eines der ernsthaftesten Luftverschmutzungsprobleme weltweit.
Die Stadt liegt auf einem Hochplateau in Höhen von 2200 Metern und ist auf drei Seiten von
Bergen und schneebedeckten Vulkanen umgeben. Dies wird in einem
Video
(4 MB) deutlich. Quelle:
NASA/ Goddard Space Flight Center.
Eine der Hauptquellen der Luftverschmutzung innerhalb des Beckens von Mexico City sind die 3,5 Millionen Fahrzeuge, die meist mit bleifreiem Benzin oder schwefelhaltigem Diesel betankt werden. Eine weitere Quelle sind Tausende Industriebetriebe mit zum Teil veralteten Anlagen - ein Fünftel der mexikanischen Industrie ist in der Hauptstadt angesiedelt -, sowie Mineralstaub. Das ehemalige Flussbett, in dem sich Mexico City befindet, wurde im 16ten Jahrhundert entwässert und daher zu einem Hauptquelle von Staub und Staubstürmen, den sogenannten Tolvaneros.
Jeden Tag werden etwa 12 000 t giftige Schadstoffe ausgestoßen. In Höhen über 2200 m ist der Einfluss der UV-Strahlung stärker, jedoch ist der Anteil an Sauerstoff um 15% geringer als auf Meeresniveau. Dies beeinträchtigt den Verbrennungsprozess in Fahrzeugen und der Industrie. Zur Ozonbildung tragen wesentlich die Höhenlage und die intensive Sonneneinstrahlung bei (Bauer et al. 2005, Claaßen 2008, NASA Visible Earth, Yip, Madl 2000).
Aufgaben:
- Beschreiben Sie die naturräumliche Lage und klimatische Situation Mexico Citys mithilfe des Videos und des Textes.
- Interpretieren Sie die oben gezeigten Satellitenbilder und die Darstellung des Dunstes. Welche Bedeutung haben die hellblauen Gebiete?
- Erklären Sie die auftretenden Umweltprobleme in Beziehung zur Lage, dem Klima und dem Resourcenverbrauch der Stadt.
Dunst über Mexico City
Informationen zu den Satellitenbildern ↓↑
Atmosphärische Partikel (Aerosole) und Unterschiede in ihrer Menge an zwei verschiedenen Tagen werden in den Bildern von Zentral-Mexico, aufgenommen mit dem Multi-angle Imaging SpectroRadiometer (MISR) des Terra-Satelliten der NASA, angezeigt. Die Bilder links und in der Mitte sind Echtfarbenansichten und wurden mit der MISR-Kamera am 9. April bzw. 5. Dezember 2001 aufgenommen. Die Stadt Mexico City kann im mittleren Bild durch das große Gebiet einer Dunstansammlung oberhalb der Bildmitte identifiziert werden. Zwei kleinere hellere Flecken innerhalb dieser Fläche kennzeichnen niedrigen Nebel bzw. Schleierwolken. Im linken Bild erscheint das Stadtgebiet viel klarer, jedoch verbleibt ein Teil des Dunstes über den Bergen der Sierra Madre im unteren Teil der Bilder. Rechts ist eine Höhenkarte des Bildes vom 5. Dezember zu sehen. Diese Darstellung zeigt, dass die Wolken links unten in sehr großen Höhen liegen, im Gegensatz zu dem tiefliegenden Dunst und Nebel nahe Mexico City. In Bereichen, die nicht mit Wolken bedeckt sind, wird ein digitales Geländemodell für die Darstellung genutzt. Hohe Wolken erscheinen als orange und rote Bereiche, Gebirge erscheinen hellblau bis grün (NASA Visible Earth).
Gesundheitsprobleme
Die Zahl der Personen mit Atemwegserkrankungen und Bindehaut- oder Schleimhautentzündungen ist wegen der Luftverschmutzungsprobleme in Mexico City weiter ansteigend (Bauer et al. 2005).
Luftverschmutzung verursacht etwa 4000 Tote jährlich ↓ ↑
Die Megacity Mexico-Stadt leidet auch unter Mega-Umweltproblemen: 4000 Einwohner sterben jedes Jahr allein wegen der hohen Luftverschmutzung, schätzt der Internationale Rat für sauberen Verkehr (ICCT). Schuld daran sind nach Angaben des Expertengremiums die mehr als 4 Millionen Autos, 100 000 Taxis, 28 000 Busse und zehntausende Lastwagen, die jeden Tag die Straßen der mexikanischen Hauptstadt verstopfen. Mit mehr als 22 Millionen Einwohnern gehört der Großraum von Mexico-Stadt zu den am dichtesten besiedelten Gebieten der Welt.
Kate Blumberg, Leiterin der ICCT-Forschungsabteilung, forderte daher schadstoffärmere Treibstoffe. "Es ist wichtig, dass im öffentlichen Nahverkehr Kraftstoff mit wenig Schwefel verwendet wird", betonte sie. Das könne die Verschmutzung um bis zu 95 Prozent senken. "Das Beste wären saubere Brennstoffe für das ganze Land", fügte die Expertin hinzu. Zudem seien Dieselrußpartikel ein großes Problem vor allem in den Städten. "Die feinen Partikel gelangen bis in Lunge und Herz", warnte Blumberg. Das könne zu Asthma und Bronchitis bis hin zum Tod führen (ntv.de, 2009).