1. Einleitung
Wie kommt es zur Verschmutzung der Meere?
Nach geltendem internationalem Recht werden folgende Quellen von Meeresverschmutzung unterschieden:
- Quellen und Aktivitäten auf dem Festland,
- Schifffahrt und andere Aktivitäen auf dem Meer wie Fischerei und Aquakultur,
- Abladen von Müll,
- Aktivitäten am Meeresboden (z.B. Bohrungen) in Küstennähe und im offenen Meer und
- atmosphärische Quellen (Luftverschmutzung).
(UN Atlas of the Oceans)
Jeden Tag gelangen schädliche Substanzen in unsere Umwelt. Die Ursachen hierfür sind sehr unterschiedlich. Technisches Versagen, Unfälle, Routinearbeiten wie das Befüllen, Entleeren oder Waschen von Tanks oder Rohrleitungen; aber auch Vandalismus, Fahrlässigkeit, Kriege oder das vorsätzliche Entsorgen von Sondermüll in der Natur spielen eine Rolle. Der Eintrag schädlicher Stoffe in die Ozeane erfolgt sowohl auf direktem Weg in das Meer oder an Land von wo aus sie über die Flüsse dorthin transportiert werden.
Viele Schadstoffe die ins Meer gelangen werden aus stationären Anlagen abgelassen. Beispiele für diese sogenannten
Punktquellen sind Abwässer aus Kläranlagen, der Industrie oder von Fischzuchtanlagen.
Abwässer aus Kläranlagen und der Industrie enthalten sauerstoff-konsumierende Substanzen, Nährstoffe
und Gefahrenstoffe. Das Ausmaß des negativen Einflusses auf die Umwelt, der von diesen Stoffen ausgeht hängt maßgeblich
davon ab, ob bzw. zu welchem Grad die Abwässer gereinigt wurden bevor sie das Gewässernetz erreichen.
Einige große Städte leiten ihre Abwässer nahezu unbehandelt ins Meer, darunter zum Beispiel Athen, Barcelona, Brighton,
Cork und Mailand (UN Atlas of the Oceans).
Neben den Punktquellen gibt es auch sogenannte diffuse Quellen der Meeresverschmutzung.
Die Landwirtschaft ist eine Hauptquelle diffuser Verschmutzung, aber auch städtische Bereiche,
die Forstwirtschaft, atmosphärische Ablagerungen und ländliche Wohngebiete können entscheidende Quellen sein.
In städtischen Gebieten, in denen der Oberflächenabfluss nicht zu den Abwassreinigungsanlagen
geleitet wird, werden Schadstoffe, die auf versiegelten Flächen (z.B. Straßen und Gehwegen) abgelagert werden direkt
in die nahegelegenen Gewässer gespült.
Zu Schadstoffen dieser Art gehören Metalle, Pestizide, Kohlenwasserstoffe, Lösungsmittel etc., die ihre
Quellen zum Beispiel in der Atmosphäre oder dem Abrieb von Straßenbelag, Reifen und Bremsen haben.
Aktivitäten auf See können sowohl durch ungewollte wie auch durch vorsätzliche Einleitungen
zur Verschmutzung der Meere beitragen. Versehentliche Verschmutzung kann zum Beispiel durch Unfälle von Öltankern
oder den Verlust von Ladung hervorgerufen werden.
Vorsätzliche Verschmutzung rührt von sogenannten betriebsbedingten Einleitungen (Engl.: operational discharges):
der Abgabe von Abwässern, die eine bestimmte Menge an Schadstoffen enthalten. Betriebsbedingten Einleitungen sind Teil der
Routineaktivitäten von Seefahrzeugen wie der Waschung von Tanks und Maschinen oder dem Ablassen von Ballastwasser.
Auto- und industrielle Abgase verdunsten und kondensieren mit Wasserdampf zu Wolken. Dieser atmosphärische Ausstoß wird in Form von Niederschlag in den irdischen Wasserkreislauf zurückgeführt; entweder direkt ins Meer oder über das Fließgewässernetz.
- direkt (durch Einleitung von Abwässern oder durch Müllabladen)
- über das Fließgewässernetz (Oberflächenabfluss, Abwasser)
- über die Atmosphäre (Staubablagerung und Regen)
Der größte Anteil der Schadstoffe (ungefähr 50-80% je nach Studie) hat seine Quelle an Land! Die Hauptquellen von Küsten- und Meeresverschmutzung an Land sind jedoch von Nation zu Nation unterschiedlich.
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